Stigmatisierung von Krebs

Seit 15 Jahren gucke ich überhaupt kein Fernsehen.

(Und ich höre ich auch kein Radio. Trotzdem muss ich die GEZ-Gebühren zahlen. Das regt mich echt auf! Aber darüber will ich heute nicht schreiben.)

Aus diesem Grund bin ich Netflix so dankbar! Das ist mein heimliches Vergnügen.

Ich muss eingestehen: Wenn mir eine Serie gefällt, dann schaue ich mir alle Staffeln innerhalb von ein paar Tagen an. In Amerika wird das “Binge-Watching“ genannt. I am guilty! 😉).

Meine letzte Versuchung war die Serie “Dead To Me“.

Die ersten zwei Staffeln waren super spannend, und ich freute mich schon auf die dritte.

Und dann kam sie endlich! Juhuuu!

Mit Freude schaute ich mir die ersten Folgen der dritten Staffel an, bis... eine der Hauptdarstellerin – Judy - an Krebs erkrankte.

Und in diesem Moment regte ich mich richtig auf!

Warum?

Weil der Drehbuchautor hier mal wieder einen üblen Trick benutzte!

Ohne die Serie weiter anschauen zu müssen, wusste ich ganz genau, wie diese Geschichte weitergeht.

Das kenne ich schon aus vielen Filmen.

Das ist ein beliebter Trick der Drehbuchautoren.

Wenn jemand im Film sterben muss, erkrankt er/sie an Krebs.

Herzinfarkt ist auch so ziemlich in Mode, obwohl der ein oder andere den dann doch überlebt.

Ein Autounfall eignet sich auch gut, aber auch da ist die Überlebensrate relativ hoch.

Wen man aber einen zuverlässigen Knaller braucht, der den Darsteller endgültig auslöscht, dann kommt unser Kumpel Krebs zum Einsatz.

(Bitte entschuldige meinen Sarkasmus, aber wie Du merkst, regt mich das richtig auf!)

Also ohne die Serie weiter anschauen zu müssen, wusste ich ganz genau, dass mich bald eine emotionale Szene erwartete, in der Judy stirbt.

Deswegen - bedauerlicherweise – hat sich diese Serie für mich erledigt.

Nicht, weil ich mich vor der Szene “Judy-stirbt-an-Krebs“ fürchte. (OK, ich gebe es zu: Diese Szene würde sicherlich nicht angenehm für mich anzuschauen sein, da dieses Thema sehr persönlich für mich ist).

Ich werde aber die Serie deswegen nicht mehr anschauen, weil es mich aufregt, dass dieser Film weiter zum weltweiten Stigma beiträgt, dass eine Krebsdiagnose immer den Tod bedeutet.

Und (unter anderem) wegen dieser Stigmatisierung herrscht in der Welt solche Angst vor Krebs.

Überlege nur: Wie fühlen sich die Menschen, die von Krebs betroffen sind und solche Filme anschauen? Sie haben Angst und denken sich: “Ich bin bestimmt als Nächste/r an der Reihe“.

Und wie fühlen sich die Menschen, die keinen Krebs haben und sich solch einen Film anschauen? Sie haben auch Angst, und hoffen insgeheim, dass sie nie Krebs bekommen.

Solche Filme füttern nur die kollektive Angst vor Krebs.

Ich weigere mich, an diesem Wahnsinn teilzunehmen und ihn zu unterstützen.

Natürlich ist Krebs kein Schnupfen. Das ist mir schon klar.

Natürlich ist das eine gefährliche Krankheit. Das bestreite ich gar nicht.

Aber nicht alle Menschen, die an Krebs erkranken, sterben.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die meisten Menschen, die an Krebs erkranken, werden geheilt. Und das ist besonders bei Brustkrebs der Fall.

Aber darüber spricht keiner.

Das Stigma, dass Krebs gleichbedeutend mit Tod ist, wird nur zu gerne verbreitet.

Und deswegen lebt die halbe Welt in Angst vor Krebs.

Deshalb boykottiere ich Filme, die diese Stigmatisierung verbreiten.

Und ich habe mir für diese Serie mein eigenes Szenario geschrieben.

So geht die Geschichte weiter:

“Judy nimmt ihre Krankheit an und genießt ihre verbleibenden Tage auf dieser Erde in vollen Zügen. Von nun an tut sie nur noch das, was ihr Spaß macht. Und sie lebt noch viele, viele Jahre glücklich und zufrieden. Der Krebs verschwindet vollständig und kehrt nie wieder zurück. Happy Ending!".

Bin ich nur eine Träumerin, die die Realität verleugnet?

Vielleicht. Aber ehrlich gesagt, ist mir das egal.

Nur Gott weiß, wann ich überhaupt gehen sollte. Wenn die Zeit kommt, dann ist es eben so.

Aber solange ich hier bin, schreibe ich mir meine eigenen, kraftvollen Szenarien. Ich kann wählen, worauf ich mich konzentriere.

Und Du kannst auch meine Liebe!

Schreibe Dir Dein eigenes Drehbuch für Dein Leben!

Schreibe Dir ein Drehbuch, das Dich kraftvoll unterstützt, satt gegen Dich zu arbeiten.

Du hast die Schöpferkraft in Dir. Du kannst in jedem Moment Dein Szenario wählen. Und Deine Energie darauf richten.

Denn wohin Deine Energie fließt, das wirst Du in deinem Leben erschaffen.

Und jetzt suche ich nach etwas Neuem, das ich auf Netflix anschauen kann. Hast Du einen Tipp für mich? 😀

Ganz liebe und lachende Grüße,

Gosia

P.S. Achtung: Spoiler Alert! Falls Du die Serie “Dead To Me“ doch noch anschauen willst, dann lies jetzt NICHT weiter!

Nachdem ich den obigen Text geschrieben hatte, schaute ich mir aus Neugierde kurz die letzte Folge der Serie an (ich schwöre - ich habe die letzte Folge erst DANN gesehen!). Surprise, surprise! Judy ist gestorben. Das war mir doch klar.

P.P.S. Ich habe mir ein weiteres Glücksszenario ausgedacht: "Frauen, die von Krebs betroffen sind/waren, treffen sich regelmäßig, lachen zusammen und haben unendlich viel Spaß!" Moment mal, das gibt es wirklich!!! Es heißt: LACHYOGA!! 😀 Wir treffen uns schon diesen Montag zum Lachen und Spielen. Bist du dabei? Ich freue mich sehr auf Dich! 😀


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