Selbstfürsorge: Bist Du IMMER an erster Stelle für Dich?

Vor Kurzem habe ich von einer lieben Mitlacherin aus der PinkLaughter-Community folgende E-Mail erhalten:

"Liebe Gosia, Mit dem "Müssen" hast du recht. Es klingt vielleicht blöd, aber mit Ende 50 habe ich erst dieses Jahr für mich verinnerlicht,
dass ich die Wahl habe und es Zeit ist, nicht mehr nur für Andere da zu sein.
Wird in den nächsten Wochen wahrscheinlich etwas unangenehm für meine Familie, aber alle sind erwachsen.
Ich muss nicht mehr die sein, die sich um alles kümmert."

Sie hat hier einen wichtigen Punkt der Selbstfürsorge angesprochen.

Ich dachte, ich konnte immer gut für mich selbst sorgen.

Jedoch, zum Zeitpunkt meiner Diagnose versuchte ich, mit zu vielen Bällen gleichzeitig zu jonglieren:
ein fordernder Vollzeitjob, der mich nicht erfüllte, dazu noch ein Nebenjob und Erziehung von zwei kleinen Kinder (2 und 4 Jahre alt).

Meine Selbstfürsorge blieb auf der Strecke.

Keine Zeit für so was.

Wenn ich jetzt zurückblicke, sehe ich das klar:

1). Was habe ich damals für mich selbst gemacht? So gut wie nichts.

2). Was habe ich damals für andere gemacht? So gut wie alles.

Ich sagte JA zu allem und allen, und NEIN zu mir selbst und meinen Bedürfnissen.

Ich sagte zwar JA aus Liebe und Verantwortungspflicht.

Nichtsdestotrotz bedeutete das, dass ich dadurch meine Bedürfnisse ignorierte.

Was bedeutet Selbstfürsorge?

Selbstfürsorge bedeutet JA zu sich selbst und zu eigenen Bedürfnissen zu sagen.

Selbstfürsorge bedeutet auch, NEIN zu sagen.

NEIN zu sagen dazu, was Dir nicht gut tut.

Ganz gleich ob das Menschen, Situationen oder Anforderungen sind.

NEIN zu sagen fällt uns öfters schwer.

Die Gründe dazu sind unterschiedlich: wir fürchten Ablehnung, wollen Anerkennung, gebraucht werden.

Manchmal scheuen wir Konflikte oder wollen nicht als schwach und wenig belastbar erscheinen (das Letztere kenne ich nur zu gut).

Ganz gleich, welche Ursachen aber auch dahinterstecken, die Folgen sind oft dieselben: Stress, Überbelastung und Selbstaufgabe.

Was könnte eine bessere Haltung sein?

Du ahnst schon bestimmt.

Liebevoll auf Deine Bedürfnisse einzugehen.

An dieser Stelle möchte ich folgende Analogie bringen, ich finde sie ganz passend:

Du kennst die wichtige Notfall-Anweisung der FlugbegleiterInnen für Passagiere mit Kindern:

"Wenn Unterdruck in der Kabine herrscht, sollen sich die Erwachsenen zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen und dann erst ihrem Kind."

Wie soll ich jemand anderem helfen können, während ich selbst nicht die nötigen Kräfte habe?

Du nährst zuerst dich selbst, so dass Du andere nähren kannst.

Wozu willst Du JA sagen?

Vielleicht möchtest Du dir Zeit nehmen, um Deinem Hobbys nachzugehen?

Oder einfach öfters zum Yoga gehen?

Oder ein schönes Wellness-Wochenende mit einer lieben Freundin verbringen?

Wozu willst Du NEIN sagen?

Zu bestimmten Menschen, die Dir einfach nicht gut tun?

Zu einer Aufgabe, die Dich gar nicht erfüllt?

Achte auf Deine Bedürfnisse.

Nimm sie wahr und erfülle sie liebevoll, ohne schlechtem Gewissen.

Und beobachte, wie Du allmählich in Deine Kraft kommst.

Wie Du leichter wirst und öfters lachst.

Wie Du mehr Frieden und Liebe verspürst.

Setze immer Deine Sauerstoffmaske zuerst auf!

Ich drücke Dich ganz doll!

Ganz liebe lachende Grüße,

Gosia


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