Richtige Ernährung bei Krebs: Von diesem Geheimtipp spricht keiner!

(hier geht es zur Audio-Version dieses Artikels. Dauer: 8 Minuten)

Ehrlich gesagt, hatte ich gar nicht vor, dieses Mal über Ernährung zu schreiben.

Denn erstens bin ich keine Expertin auf diesem Gebiet.

Und zweitens haben wir alle wirklich ganz unterschiedliche Bedürfnisse, was die Ernährung angeht.

Natürlich lege ich sehr viel Wert auf eine gesunde Ernährung, weil sie mir wichtig ist.

Was hat mich also dazu bewegt, diesen Text doch zu schreiben?

Ich habe festgestellt, dass es da einen sehr wichtigen Aspekt der Ernährung gibt, über den fast so gut wie nie gesprochen wird.

Ich habe mich, wie Du Dich sicherlich auch, nach meiner Diagnose mit dem Thema Ernährung intensiv auseinandergesetzt.

Ich ernährte mich zwar zum Zeitpunkt meiner Diagnose schon relativ gut, aber ich wollte es noch optimieren.

Nachdem ich jedoch gefühlte Millionen Mal jegliche Bücher zum Thema Ernährung und Krebs gelesen hatte, da war ich erst einmal bedient.

Ich war überfordert mit all den Informationen, die teilweise widersprüchlich waren.

Der eine Experte sagte: “Du sollst auf Keto-Diät umstellen”.

Der andere: “Bloß kein Keto, zu viel Fleisch und Fett ist schlecht für dich! Am besten – gar kein Fleisch essen!”

Und noch ein anderer erklärte: “Steige auf vegane Ernährung um”. Also keine Milchprodukte.

Und ein weiterer: “Schön fleißig Quark mit Leinöl essen! Jeden Tag.” Also, wie jetzt? Dann doch Milchprodukte???

Kaffee? Ja, klar, der Kaffee wirkt gut gegen Brustkrebs.

Was, Kaffee? Bloß nicht dieses Gift zu sich nehmen!

Rotwein? Ja, er enthält Resveratrol, das ist total gesund.

Was, Alkohol? Auf gar keinen Fall! Keinen Tropfen mehr.

Ich dachte, ich werde wahnsinnig!!

All diese Ratschläge waren sicherlich gut gemeint, aber sie verwirrten mich leider noch mehr, anstatt zu helfen.

Außerdem haben sie nur noch weiter zu meiner Unsicherheit beigetragen.

Ich habe erstmal aufgehört, weitere Dinge zum Thema Ernährung zu lesen.

Ich wusste intuitiv, es gibt sicherlich eine bessere Lösung.

Daher beschloss ich, mir nach einer Weile meinen eigenen Ernährungsplan zu erstellen.

Mein Plan. Ganz auf mich abgestimmt.

Ich habe mir eine Liste der Lebensmittel zusammengestellt, bei denen sich die meisten Experten (so ziemlich) einig sind.

Das waren: Gemüse, Obst (besonders die Beeren), Nüsse, Samen und Kräuter. Alles am besten in Bio-Qualität.

Als nächstes kamen dann die umstrittenen Lebensmittel, bei denen sich die “Experten” nicht einig sind, wie beispielsweise Fleisch, Fett, Milchprodukte, Getreide, Kaffee, usw.

Hier habe ich mich auf die Weisheit meines Körpers verlassen.

Wie geht es mir, wenn ich diese Sachen esse?

Bekommen sie mir gut? Schmecken sie mir?

Wenn ich ein klares JA spürte, kam das Lebensmittel auf meine Einkaufsliste.

Jeder Mensch ist anders, und nur weil man eine Krebsdiagnose hinter sich hat, kann man nicht alle in eine Schublade stecken.

Bei umstrittenen Lebensmitteln: höre einfach auf Dein Bauchgefühl und auf Deinen Körper.

Achte auch bei den “gesunden” Sachen auf die Weisheit Deines Körpers.

Nur weil alle sagen, dass Brokkolisprossen, Rosenkohl, Grünkohl sehr gesund sind und krebsvorbeugend wirken, heißt das noch lange nicht, dass Du das essen sollst (oder “musst”).

Ich mag z.B. keinen Rosenkohl und Brokkolisprossen bekommen mir gar nicht.

Mir wird davon schlecht.

Grünkohl mag ich auch nur bedingt.

Wie würde ich mich fühlen, wenn ich ständig Brokkoli, Rosenkohl oder Grünkohl essen würde, nur weil dieses Gemüse gesund ist?

Ich wage zu behaupten, dass solch ein Leben echt traurig wäre.

Wir können uns zwar gesund ernähren, aber wenn wir dadurch gestresst sind, wenn wir die Sachen essen, die uns gar nicht schmecken, oder Angst davor haben, nur ein Krümelchen von einem “ungesunden” Lebensmittel zu essen, weil das womöglich krebserregend sein könnte, dann bringt uns diese ganze gesunde Ernährung nicht viel.

Weil Stress alles überbietet.

Weil Stress immer das letzte Wort hat.

Ich habe vor kurzer Zeit mit einer lieben Mitlacherin gesprochen, die mir sagte: “Ich habe oft Angst, wenn ich etwas esse oder trinke, was nicht so ganz gesund ist, wie z.B. ein Glas Rotwein.”

Als Krebsbetroffene hat man schon genug Angst, und wir sollten uns nicht noch zusätzlich wegen dem Essen stressen.

Mach Dich wegen Deiner Ernährung nicht verrückt!

Bei einer Krebserkrankung ist es wichtig, sich “überwiegend” gesund zu ernähren.

Das heisst nicht, dass wir niemals das essen dürfen, was wir genießen, aber was vielleicht nicht besonders gesund ist.

Es wäre sicherlich unverantwortlich, jeden Tag eine Flasche Wein zu trinken.

Aber wenn man sich ab und zu ein Gläschen Rotwein gönnt, und sich dabei ganz wohl und glücklich fühlt, dann kann sich das nur positiv auf Deinen Körper und Geist auswirken.

Und dieses Wohlbefinden sorgt sogar für die Produktion des Glückshormons Serotonin in Deinem Körper.

Auch wenn Du ab und zu Mal Kuchen isst, hab kein schlechtes Gewissen!!

Sei vorsichtig bei folgenden Aussagen:

“Das darfst Du auf keinen Fall essen!”

Das musst Du essen! “(Du weißt schon, was ich von dem Wort müssen halte).

Das führt dazu, dass Du irgendwann Angst hast, überhaupt etwas zu essen.

Und Du kennst schon die berühmte Kaskade: Angst -> Stress -> Cortisol -> geschwächtes Immunsystem.

Daher – informiere Dich, lese alles über gesunde Ernährung, und treffe dann aber auch Deine persönliche Entscheidung.

Nur Du weißt, was Dir am besten bekommt.

Lass dich von Liebe führen.

Und genieße das Essen.

Lass die Angst los und begrüße die Freude am Essen.

Heute ernähre ich mich zu 80% “gesund”. Aber die restlichen 20% gehören mir, und zwar zum Genießen.

Auch wenn ich überwiegend kein Gluten esse, gönne ich mir am Sonntag ein knuspriges Kaiserbrötchen (für mich gibt es nichts besseres als ein Kaiserbrötchen!! :-)) Und ich genieße es sehr!

Auch wenn ich normalerweise keine Eier esse, wenn meine liebe Freundin Christl zum Frühstück kommt, gönnen wir uns beide ein weich gekochtes Ei und genießen es in vollen Zügen!

Auch wenn ich sonst keinen Zucker esse, gönne ich mir ab und zu ein Stückchen Milka-Schokolade! (Meine Lieblingssorte ist Milka mit ganzen Haselnüssen! Lecker, ich kann einfach nicht widerstehen!!)

Geniesse alles, in Maßen!

Ich habe irgendwo dieses schöne Zitat gelesen:

“Alles, was Du mit Liebe isst, tut Dir gut”.

Dies wurde zu meinem Mantra.

Entwickle eine liebevolle Beziehung zu Deiner Nahrung.

Esse alles mit Liebe.

Schicke Deiner Nahrung positive Gedanken und Dankbarkeit.

Und beobachte, wie Du plötzlich mehr Freude und Leichtigkeit verspürst.

Ich drücke Dich ganz toll! 😀

Ganz liebe und lachende Grüße,

Gosia

2 Kommentare
  • Petra
    Posted at 07:26h, 12 Juni Antworten

    Du hast den Artikel gut geschrieben und er hat mich auch aufgebaut.. Die Krebsdiagnose zieht einen schon ziemlich runter und dann zusätzlich von heute auf morgen auf alles Gute verzichten. Das zieht einen noch mehr runter. Dein Tipp, auf den Körper zu achten und dann entscheiden, finde ich sehr gut. Man wächst langsam in die richtigen Essgewohnheiten rein.

  • Gosia
    Posted at 09:26h, 12 Juni Antworten

    Liebe Petra,

    das ist richtig! Mich hat das immer genervt, dass ich nach meiner Diagnose plötzlich auf alles achten musste. Was für ein Leben soll das nun sein? Wo ist die Freude, der Genuss und die Süße des Lebens? All das brauchen wir für unsere Heilung!!

    Du hast das so schön zusammengefasst:: “Man wächst langsam in die richtigen Essgewohnheiten rein.” Genauso ist es. Wir müssen nicht perfekt sein. Das erzeugt nur Stress. Wir machen jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Und erlauben uns dabei, das Leben zu genießen! 🙂 Ich drücke Dich! 🙂

    Ganz liebe Grüße,

    Gosia

Was denkst du darüber? Hinterlasse einen Kommentar!